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31. Mai 2010

Regelmässiger Dachkontrolle und -reinigung sorgt für längeren Schutz

Unwetter und starke Regenfälle wie in den vergangenen Wochen sowie die normalen Witterungseinflüsse über die Jahre führen sich bei so manchem Dach zu Schäden. Eine jährliche Kontrolle und ein regelmässiger Dachunterhalt können Schäden begrenzen.

Einem verwunschenen Schloss mag es gut anstehen, aber auf dem profanen Hausdach haben Moose und Flechten nichts zu suchen. Ebenso wie liegen gebliebenes Laub behindern sie den Ablauf von Regenwasser und leiten es dadurch in die Dachunterkonstruktion um. Auf verschmutzten Dächern können neben Feuchtigkeitsschäden auch unliebsame Frostschäden am Deckmaterial entstehen. Die regelmässige Kontrolle hilft dem Hauseigentümer, die Gefahr frühzeitig zu erkennen, bevor der Schaden überhaupt auftritt. Um eine Dachreinigung kommt er aber kaum herum, entweder von Hand oder mithilfe von chemischen Substanzen.

Für die manuelle Reinigung braucht es meistens Besen und kleine Spachtel. Damit werden Moose unmittelbar ab- und Fugen ausgekratzt. Doch um die Überlappungsbereiche zwischen den Ziegeln gründlich rein zu machen, muss das Deckungsmaterial abgedeckt werden. Bei Bedarf kann mit Druckluft gearbeitet werden, ohne dass eine Schädigung der Abdeckung zu befürchten ist. Handarbeiten auf dem Dach sind allerdings gefährlich und je nach Fläche und Neigung sehr aufwändig. Ein Hochdruckreiniger ist zwar oft schnell zur Hand, aber nicht immer die richtige Wahl: Bei unsachgemässer Reinigung kann Wasser ins Unterdach eintreten. Asbesthaltige Abdeckungen dürfen aus gesundheitlichen Gründen allerdings nie mit Hochdruck gereinigt werden. Dächer aus asbestzementhaltigen Wellplatten sind nur von Fachleuten zu reinigen. Dafür sind die Vorschriften der schweizerischen Unfallversicherungsanstalt SUVA zwingend zu beachten.

Eine Art Selbstreinigung
Biologisch abbaubare Reinigungsmittel können die Dachreinigung vereinfachen respektive die Handarbeit sinnvoll ergänzen. Gebräuchlich ist der Einsatz von Ammoniumsalzen, welche die Neubildung von Flechten und Moosen über Jahre verhindern. Ein Aufsprühen in flüssiger Form genügt; beim nächsten Regen wird das Dach von selber abgewaschen. Allerdings ist darauf zu achten, dass der Rasen oder Blumenbeete abgedeckt werden sollten. Ein sich selbst reinigendes Dach gibt es ebenfalls, wenn Kupferbahnen am Dachfirst angelegt werden. Die Oxidation setzt Kupferionen frei, welche mit dem Regenwasser über die Dachabdeckung fliessen. Bei den Kupferionen handelt es sich um ein eigentliches Anti-Pilzmittel, weshalb der Reinigungseffekt langfristig eintritt. Hersteller von Dachabdeckungen haben eigene Produkte lanciert: Erhältlich sind beispielsweise Kupferbleche mit Noppenöffnungen, welche auf Firstziegel gepresst werden. Oder Kunststoffvliese mit eingearbeiteten Kupferfäden, welche unterhalb des Firsts angebracht werden. Aus ästhetischen Gründen ist der Einsatz von Kupferelementen aber nicht jedermanns Sache.

Dachbeschichtung
Nur bedingt empfehlenswert ist hingegen die Beschichtung der Dachabdeckung: Das Aufspritzen oder Aufrollen von Schutzacrylaten ist sehr aufwändig. Zudem werden die Überlappungsbereiche nicht erfasst und vorhandene Frostschäden am Dachmaterial führt zu ungenügender Haftung der Beschichtung. Voraussetzung für eine Beschichtung ist ein guter Zustand des Unterdaches, der Dachanschlussbleche sowie ein intaktes Deckmaterial. Ist dies nicht der Fall, lohnt sich meist eine Neueindeckung der Deckmaterialien. Ebenfalls entscheidend bei einer Dach­beschichtung ist die noch zu erwartende Lebensdauer des Dachmaterials. Liegt diese bei noch wenigen Jahren, ist eine Beschichtung wirtschaftlich nicht sinnvoll.

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